Durch die anhaltende Tourismuskrise ist Langkawi wieder zu dem geworden, was es war. Eine verwunschene und etwas zurückgebliebene Insel in einem Gewässer, das gerade nicht zu den klarsten der Welt zählt.
Aber vielleicht ist es gerade diese Zurückgebliebenheit, die diesen Flecken Erde so liebenswert macht. Hier kann man sich richtig vom Alltagsstress erholen und, - zumindest für den Urlauber - ist hier alles Friede, Freude, Eierkuchen. Das Auge hat hier seine wahre Freude, denn Natur und Beschauliches gibt es ohne Ende.
Wo auch immer man von den Küstenstrassen einen Flecken Wasser sieht, gibt es garantiert auch ein paar "Deco-Inseln" die rund um das eigentliche Langkawi versprenkelt sind. Diese lassen selbst beim Blick auf's Meer keine Langeweile zu. Das Rauhe und oft noch dschungelbewachsene Kalkgestein gibt der Fantasie reichlich Material zum Üben und dem Hobby- und Berufsfotografen erst recht.
Der fast 1000 Meter hohe "Gunung Raya", der als Orientierungspunkt inmitten der Insel steht, ist über eine gut ausgebaute Strasse bis hoch zum Gipfel leicht zu befahren. Von dort kann man an schönen Tagen das Festland, Penang und die benachbarten Thaiinseln sehen. Am Abend wird dort ein wundervoller Sonnenuntergang geboten und nicht selten fliegen dem Beobachter Nashornvögel und Adler an der Nase vorbei.
Ach ja, die ganz Wahnsinnigen können den Berg auch über eine Betontreppe mit 4,287 Stufen bezwingen, von denen die Niedrigste auf 55,4 m und die Höchste auf 787,8 m über dem Meeresspiegel liegt.
Das ist auch ein gutes Trainingsgebiet für die härtesten der Harten, die Eisenfrauen und -männer, die sich zum "IRONMAN MALAYSIA TRIATHLON" einmal jährlich auf der Insel einfinden, um sich bei brütender Hitze abzuquälen.
Weit weniger anstrengend ist es, auf Langkawi in luftiger Höhe sein Vergnügen und einen gewissen Nervenkitzel zu finden. Am "Mat Cinchang" dem höchsten Berg in der Bucht "Burau Bay", kann man sich von einer modernen Seilbahn für mit 3 Metern pro Sekunde fast lautlos in die die schwindelnde Höhe von 730 Metern befördern lassen. Ganz ohne Schweiss und Abschürfungen.
Schon bei der Fahrt sieht man den Wasserfall "Seven Wells" aus einer neuen Perspektive und von den 2 Aussichtsplattformen eröffnet sich ein unbeschreiblicher Panoramablick auf die umliegenden Inseln und die regenwaldbedeckten Berge von Langkawi. "Ach, Seilbahn", wird jetzt so manch einer sagen, "das hab' ich doch schon tausend Mal gemacht". Stimmt vielleicht. Habe ich auch, aber nicht über den Wipfeln des Dschungeldaches. Es ist einfach etwas ganz anderes als die Bahnen in den Schweizer Bergen. Der fast lautlose Flug über das grosse Brokkolifeld (wenn Ihr von der Gondel aus nach unten schaut, werdet Ihr wissen was ich meine) beindruckte sogar mich gewaltig, und ich lebe hier schon eine lange Zeit, und Seilbahnen kenne ich seit meinem vierten Lebensjahr.
Von der oberen Plattform sieht man hinaus aufs Meer und über die benachbarten Berggipfel und Täler. Die erste und niedrigere Station erlaubt einen Blick auf das Mangovengebiet im Nordosten der Insel.
Die Mangroven bestehen aus einem Labyrinth aus Flüssen und Wäldern. Diese Gebiete sind wichtig für den Erhalt der Natur und des Tierbestandes der Insel. Sie bergen viele Geheimnisse, die es zu entdecken gilt. Unsere ansässigen Naturfúhrer können das aber auf einer Mangroventour besser erklären als ich.
Ich glaube sowieso, dass man erst behaupten kann die Insel der Legenden vollständig gesehen zu haben, wenn man sich auf das Wasser hinaus gewagt hat. Erst von dort zeigt sich die wahre Schönheit und Vielfalt von Langkawi. Ein oder mehrere Mangroventouren per Boot oder Kayak sind einfach ein "MUSS" wenn man schon Mal hier ist.
Auch auf eine Segeltörn sollte man nur verzichten, wenn man sich mit der zwangsweisen Kombination von Natur, Spass und super Essen in keiner Weise anfreunden kann. EMMES.NET bietet diese Pflichtübung als Ganztagestour, Sunset Dinner Cruise oder Sunset Cocktail Cruise an.
Auch einige Tagestouren mit dem Auto oder Motorrad halten für den Europäischen Entdecker einige Überaschungen bereit. Wer sich nicht alleine traut, kann auch hierfür eine Tour buchen oder einen deutschsprachigen und ortskundigen Privatführer mitsamt Fahrzeug anheuern. (Anfrage per Email). Ich warne ausdrücklich davor, sich ein Motorrad zu leihen, wenn man keine Erfahrung mit dieser Art von Zweirad besitzt. Das Verkehrsaufkommen in Langkawi ist zwar sehr gering, aber Fallen gibt es reichlich und viele Anfänger haben hier schon Ihre Tapete auf dem Asphalt gelassen!
Die Insel Langkawi ist nicht gerade was man ein Tauchparadies nennen kann aber der Marinepark "Pulau Payar" bietet klare Sicht und eine sehenswerte Unterwasserwelt. Besonders die vielfalt an Fischen sei hier erwähnt. Auch Tauchkurse (PADI, SSI, BSAC & NAUI) können absolviert werden. Reservierungen, können HIER vorgenommen werden.
Nachdem Ihr in Pulau Payar wieder aufgetaucht und nach Langkawi zurückgefahren seid, wird es auch schon Zeit für den Sundowner der sich besonders angenehm in einer Strandbar mit Sonnenuntergangskulisse geniessen lässt.
Für diese Übung empfehle ich besonders den Biergarten - oder besser Bierstrand - des "Beach Garden Resort" am "Pantai Cenang", der 'heissen Meile" der Insel.
Dort gibt es erlesene Weine, Cocktails oder ein kühles Helles vom Fass. Die Küche, geleitet von J.J, dem Schweizer Küchenchef, ist weltberühmt. Hier stimmen Service, Atmosphäre und die Preise. Den oftmals überwältigenden Sonnenuntergang gibt es als Gratisgeschenk dazu (Kamera nicht vergessen!).
Freunde der Chinaküche sitzen im "Orchid Ria" richtig und die beste Tom Yam gibt es in dem kleinen Thairestaurant "Ros Tea".
Die Öffnungszeiten sind für den Normalverbraucher ausreichend, um direkt nach dem ausgiebigen Dinner und einigen Drinks in sein Bett zu fallen.
Wer allerdings um 23 Uhr noch nicht genug hat, muss sich auf die Suche begeben. Der Hardcorezecher sollte es mit "Debbies Place" probieren. Dort ist meistens geöffnet, bis der letzte Gast vom Schemel fällt. Wenn dieser dann aufgeschlagen ist, gibt es nur noch zwei Chancen. Tammy's Cafe oder das Reggae Cafe, nein, nicht mehr am Strand, sondern gegenüber des Holiday Villa Resorts am Ende der kleinen Gasse. Immer nur dem Bass folgen.
Vor nächtlichen, berauschten Schwimmerlebnissen warne ich hier ausdrücklich, denn schon manch einer wurde dabei von den Seeungeheuern entführt.
Discotechnisch sollte man sich keinen grossen Erwartungen hingeben, denn hier gibt es augenblicklich nur eine, Disco, die erwähnenswert ist. Sie trägt den Namen "Sunba" und befindet sich am Pantai Tengah. Sie ist beliebt bei Fremden und Einheimischen gleichermassen. Man sollte hier seinen alkoholgetrübten Augen nicht immer trauen, denn nicht jede weiblich wirkrnde Erscheinung, die aussieht wie eine Lady, ist auch eine.
Obwohl es so aussieht, als wenn das Nachtleben auf Langkawi nicht sehr ausgeprägt ist, kommt es immer wieder vor, dass man sich erst um 7 Uhr auf den Heimweg begibt.
In diesem Fall kann man auch vor der ersehnten Mütze Schlaf noch schnell zum Frühstück in die "Breakfast Bar" gehen. Meiner Meinung nach das beste Frühstück auf Langkawi gibt es allerdings im Strandrestaurant des Beach Garden Resorts am Pantai Cenang und zwar bis 13:00 Uhr!
Nach dem Frühstück kann man sich getrost in's Bett begeben, denn das Tagesgeschäft wird von denjenigen übernommen, die um 23 Uhr schon in der Koje lagen.
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