Underwater World Langkawi
erlebt und beschrieben von Lutz Gohr
Einer meiner Ausflüge galt natürlich auch dem Langkawi-Aquarium am Pantai Cenang. Wer z.B. einmal in Ägypten oder an anderen Urlaubsorten (natürlich nicht in Amerika!) so ein Aquarium besucht hat, wird in der Regel sehr enttäuscht gewesen sein.
So ging ich auch mit wenigen Erwartungen in das Gebäude, zumal man am Ende durch einen Duty Free Shop gehen muss und mir das Aquarium eher als Anhängsel dieses Shops erschien.....
Doch weit gefehlt, es gab viel zu sehen, die Becken waren meist sehr artgerecht eingerichtet; natürlich ein wenig auf asiatische Verhältnisse abgestimmt, aber dennoch wirklich von Interesse.
Sehr auffällig ist, dass die Asiaten grosse Fische lieben. Das zeigt sich natürlich auch beim Besatz der Becken. Arapaimas, Flösselhechte u.ä. in grossen Becken beherrschen das Bild. Natürlich fehlt auch der obligatorische Koi-Teich nicht.
Cichliden der Bullenklasse ... und die passenden Barben
Einheimische Fische wurden nur recht wenige gezeigt, einige Barben und Labyrinther, ansonsten eher die grossen Viecher.
Auch Cichlidenbecken gab es viele, Malawi- und Tanganjikaseebecken sowie ein Becken mit Mischbesatz. Die recht grossen, roten Cichliden (30 cm), momentan der letzte Schrei in Asien, hatte ich bis jetzt noch nicht gesehen.
Mischlings-Züchtung Sciaenochromis Fryeri
Besonderes Augenmerk wurde bei einigen Becken auf das praktische FENG SHUI der Aquaristik gelegt. Feng Shui sagt hier aus, dass ein Aquarium den Fluss des "CHI" - der universellen Energie des Lebens - verstärken kann und dem Eigner Glück und Gesundheit bringt.
Dabei ist natürlich einiges zu beachten. Z.B. bringt ein entsprechend eingerichtetes Aquarium am Nordende des Wohnraumes positive Energien für die Karriere, am Südostende des Büros soll es Erfolg im Geschäftsleben bringen. Ein Aquarium im Schlafzimmer oder in der Küche dagegen unterbricht den Fluss des Chi und wirkt sich somit negativ aus. Auch darf der höchste Stand des Wassers (incl. Unterschrank) niemals über den Mund des Eigners hinaus gehen, weil dieser fatale Fehler Ertrinken symbolisiert.
Die fundamentalen Elemente des Feng Shui (Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz) spiegeln sich somit auch in der Aquaristik wider. Ein nach Feng Shui Gesichtspunkten aufgestelltes und eingerichtetes Aquarium soll Unglück absorbieren und die Feng Shui Fische als gesunde und freundliche Haustiere sollen die Energien des Chi verstärken. Die Umgebung sollte allerdings so eingerichtet sein, dass der Frieden und die Harmonie des Universums sich in dieser selbst wiederfinden und sich natürlich auf den Aquarianer übertragen. Ich frage mich allerdings immer wieder, inwieweit die asiatischen Qualzuchten diesen Gesichtspunkten entsprechen. So weit dann zur Philosophie der Aquaristik aus einer etwas anderen Sicht.
Im Meerwasserbereich gab es auch viel interessantes zu sehen. Hier stehen die Fischbecken im Vordergrund, etwa das grosse Haifischbecken, etwa 30.000 Liter fassend, vollbesetzt mit Schwarzspitzen-Riffhaien. Ein grosses Becken mit Meeresschildkröten und einige Becken mit grossen Kaiser- und Falterfischen, die aus der Andamanensee stammen. Alle Tiere machten einen guten Eindruck.
Sehr interessant waren auch die Spezialbecken:
Zwei Becken boten beispielsweise die grossen Fangschreckenkrebse (20-30 cm), die man sehr genau studieren konnte. Wenn man bedenkt, welche Kraft diese Tiere entwickeln können, so sollten sie wirklich in einem Spezialbecken verbleiben. Gerne hätte ich einmal die Fütterung erlebt.
Zwei Becken mit australischen Fetzenfischen (zwei verschiedene Arten) boten einen wunderbaren Anblick in die Lebensweise dieser Fische. Ich habe sie leider immer nur in Schauaquarien gesehen und noch nie von einer Zucht gehört. Wahrscheinlich wird immer nur ein Geschlecht ausgeführt :-(
Es gab noch einige weitere Attraktionen zu bestaunen, u.a. ein Touchpool mit Seesternen, Seegurken und vielen Pfeilschwanzkrebsen. Korallenriffbecken existierten leider nur wenige. Meist waren auch nur ein bis drei Steinkorallenarten zu sehen, mal eine Riesenmuschel, mal eine Weichkoralle.
Das eigentliche, grosse Riffbecken mit ca. 8.000 Litern Volumen war zwar ganz nett aufgebaut, jedoch fast vollständig besetzt mit Blasenkorallen der Gattung Plerogyra.
Eigentlich sah es nicht sooo schlecht aus, zumal die Tierstöcke riesig waren und einen intakten Eindruck machten. Besonders schön gelungen war auch ein Becken mit Anemonen und ca. 50 A. ocellaris. Alles in allem kann sich das Langkawi-Aqurium durchaus mit den Aquarien einiger deutscher Zoos messen - und dabei würde es nicht mal schlecht abschneiden.
Da bleibt dann nur noch die getrocknete Seegurke, hierzulande eine Delikatesse, die es neben anderen Köstlichkeiten (Algen, Trockenfisch, Quallengelee) gleich im Anschluss an das Aquarium im Duty Free Shop preisgünstig kiloweise zu erwerben gab.
Ich habe mir keine getrocknete Seegurke gekauft und auch den mit Schokolade umhüllten Trockenfisch habe ich nur einmal probiert. Aber der Händler hatte durchaus regen Zulauf von anderen asiatischen Besuchern des Aquariums (viele Japaner, Koreaner und Vietnamesen). Mir sind immer noch die lebenden Fische im Meer am liebsten.
© by Lutz Gohr
Die komplette Langkawi - Story von Lutz könnt Ihr hier lesen.
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