Und so ging die Zeit ins Land. Um 6 Uhr aufstehen, die Funke einschalten, zuhören wie eine Gruppe erwachsener Männer (Manager genannt) versucht, die täglichen Transporte zu organisieren. Manchmal derartig einfältig, dass eine Jungpfadfindergruppe das besser hätte erledigen können. Machtkämpfe, schiere Machtkämpfe. Aber mir war das egal. Die Fahrzeuge mussten be- und entladen werden und ausserdem hatte ich mich um die kleinen Probleme meiner Leute zu kümmern. Und essen, essen musste ich ja auch ab und zu.
Abends zum verdauen ein oder zwei Bier und dann ins Bett. So zog ein Tag nach dem anderen ins Land.
Eines Abends jedoch war es so weit. Der Wind hatte gedreht und kam jetzt von Westen. Kurz danach fielen die ersten Regentropfen. War das der Beginn der Regenzeit? Es war zwar recht angenehm, denn das himmlische Nass bändigte den Staub, den ich seit Wochen schlucken musste. Das Wasser, welches den Staub wegwusch, schwemmte direkt ein neues Problem herbei.
Der Regen verwandelte die einzige "Strasse" in eine rote Schlammschlange, die fast unbefahrbar wurde. Dadurch wurden unsere Versorgungstransporte um Stunden und Tage zurück geworfen. Chaos auf der ganzen Linie. Zum Glück dauerten die Schauer nicht zu lange und die Zufahrtswege trockneten recht schnell wieder aus. Trodem musste ich in den "Trockenpausen" meine eigene Versorgungsschiene aufbauen und Nahrungsmittel und Diesel in der nächsten Stadt besorgen lassen (ca 8-10 Stunden Fahrt). Das ist etwa, wie in Frankfurt leben und täglich nach München zum einkaufen zu fahren.
Gegen Ende Oktober jedoch zog sich der Himmel immer mehr zu. Die Feuchtphasen wurden immer länger und die regenlose Zeit immer kürzer. Das war's. Raus hier bevor nichts mehr geht. Die Produktion war glücklicherweise gut vorangekommen. Den einheimischen Arbeitern wurde ein Bonus zugesagt, falls sie die Arbeiten bis zum Stichtag schaffen. Und sie schafften es.