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Teil 9
Ich war nun noch mit drei Arbeitern alleine. Allerdings waren das die Anführer und die grössten und stärksten der ganzen Bande. Aber irgend jemand musste mir ja helfen, die Zelte abzubauen und das ganze schwere Gerödel, welches uns die Räuber bis dahin gelassen hatten, zu verladen. Da aber nur noch eine Pick Up im Lager war, musste ich darauf warten, dass der Laster der die Leute in die nächste Stadt brachte, wieder zurück kam, um den kläglichen Rest und uns zurück in die Zivilisation zu bringen. Das konnte allerdings dauern.
Am gleichen Tag, mittags, kam der Konvoi des Hauptcamps durch. Alle waren gestresst und fertig von der anstrengenden, 12stündigen Fahrt. Aber das war für sie nur der halbe Weg. Sie hatten sich in den Kopf gesetzt bis nach Antananarivo durchzufahren. Ein wahnsinniger Plan. War die Stasse doch bei Tag schon schwer befahrbar, so war sie in der Dunkelheit einfach brandgefährlich. Da es meinen Kollegen aber genauso erging wie mir, hatten sie nur eines im Kopf: "Zurück in die Heimat, so schnell wie möglich". Wir betankten die Trucks und die Jungs nahmen eine Mahlzeit ein und dann ging es für sie weiter.
Für mich und meine Leute fing jetzt aber die Arbeit an. Da wir hofften, dass unser LKW bis zum Abend wieder zurück ist, schlugen wir alle Zelte, ausser das Hauptzelt ab und verpackten sie. Dann verpackte ich das Funkgerät, was ich allerdings nicht gerne tat, da das ja mein einziger Kontakt zu Aussenwelt war. Aber ich wollte alles kompakt und übersichtlich haben. Als die Dunkelheit einbrach, hatten wir fast alles in Kisten verpackt. Dann machten wir ein paar Büchsen Ravioli,die ich in weiser Voraussicht versteckt hatte, auf einem Feuer warm. Das war unser Abendessen. Nicht fürstlich, aber alle wurden satt. Danach die letzte Nacht im Zelt.
Am Morgen wollten die Jungs das Haupzelt abbauen, was ich jedoch untersagte, wussten wir ja nicht, wann der LKW zurückkommt. Jetzt wurden aber auch meinen Leute nervös. Es waren nämlich keine Lebensmittel mehr übrig. Alles, restlos alles war verschwunden oder verbraucht. Und ein Madagasse ohne sein Schälchen Reis ist einfach unvorstellbar. Hunger können sie einfach nicht ab. Wir wurden auf eine harte Probe gestellt. Mittags noch kein Laster. Er müsste eigentlich längst zurück sein. Als wir schon überlegten, einen zufällig vorbeikommenden LKW zu kapern, hörten wir Motorengeräusche.
Um 2 Uhr nachmittags, der meist ersehnte Truck der Welt kam um die Kurve. Jetzt schnell das letzte Zelt abbauen, alles verladen und weg hier. Wieder ging die Spielerei los. Diesmal waren Kühlschrank und Kühltruhe die begehrten Artikel. Aus den paar Brocken, die ich verstand, hörte ich heraus, dass diese zwei Geräte auf dem Rückweg verloren gehen sollten. O.K. ich sagte nichts aber für mich begann jetzt der Sport. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass nichts, aber auch nichts mehr verschwinden wird, solange ich die Verantwortung darüber habe. Um 3 Uhr war alles auf den Fahrzeugen.
Normalerweise wäre ich als "Boss" im Pickup gefahren. Da die wertvollen Sachen jedoch auf dem Laster waren, Sprang ich auf die Ladefläche, bastelte mir einen bequemem Platz und gab das Signal zur Abreise. Ihr hättet mal die Gesichter meiner Leute sehen sollen. Das alleine machte meinen Tag.
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| Im letzten Zelt... |
...die letzte Nacht... |
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| ...mit Ali Babas unter einem Dach. |
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