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Teil 10 & Ende
Kurz bevor sich die Fahrzeuge in Bewegung setzen konnten, begann es jedoch zu regnen. Nachdem der schlimmste Guss vorüber war, entschloss wir uns, von Hunger getrieben, loszufahren. Die Jungs auf dem Pick Up nutzten die Gelegenheit loszustechen.
Für mich hiess das, kein Backup mehr. Das letzte Fahrzeug in der Wildnis. "Verdammte Idioten!" Dann begann die RutschTeilie. Der Mercedes bewegte sich, trotz Allrad, wie auf Glatteis. Nach etwa 2 Kilometern Fahrt, nachdem wir gerade eine Engstelle passierten, die gerade breit genug war, dass ein Fahrzeug durch kommt, landeten wir das erste Mal im Graben. Der voll beladene Truck kam an den Steilpassagen einfach nicht mehr zum stehen. Rechts und links Abhänge, hunderte von Metern tief. Kleine Erdaufhäufungen waren oft das einzige, was uns daran hinderte in die Tiefe zu rutschen. Wir bewegten uns im Schrittempo. Ich konnte die Spuren des vorausgefahrenen Pick Up's im Zentimeter tiefen roten Schlamm sehen, die oftmals nur Millimeter am Abgrund vorbei führten. Meine Achtung vor den Fahrern, die monatelang täglich diese Strasse meisterten, wuchs von Minute zu Minute. Wir blieben noch ein paar Mal stecken und ich lief, mit meinem Computer unter dem Arm etwa 10 Kilometer durch die Gülle. Wir kamen zwar immer wieder flott, aber ich konnte schneller laufen, als der Laster voran kam. Als der Regen aufhörte ging es etwas schneller, was aber eine Blattfeder dazu bewog, von ihrem Recht zu brechen, Gebrauch zu machen.
Wieder Zwangspause. Mein Fahrer, der Star des Tages, reparierte den Schaden mit Hilfe eines LKW Schlauchs. Nach 8 Stunden erreichten wir dann die nächste Ortschaft, Tsiroanomadidy. Dort warteten schon die Geier, meine Leute mit dem Pick Up. Es war schon dunkel und sie dachten ich würde in dem kleinen Hotel am Ort übernachten. Wieder konnten sie ihre Enttäuschung kaum verbergen, als ich ihnen eröffnete, dass ich auf der Ladefläche und all den guten Dingen, die sie gerne räubern möchten, übernachten werde.
Früh um sechs ging es weiter Richtung Hauptstadt. Diesmal war die Strasse trocken und weitaus besser als das erste Stück. Kein Schlamm mehr, dafür aber jede Menge Schlaglöcher und der altbekannte "rote Staub" der mich auf der Ladefläche langsam einhüllte. Ich war kaum noch zu sehen. Die Sheriffs an den Polizeiposten entlang der Strecke schauten mich immer ungläubig an und ich musste jedesmal meine Nasenspitze von Staub befreien, bevor sie glaubten, das ich ein "Weisser" war.
Abends um sechs kamen wir endlich in Antananarivo an. Ich übergab Laster und Ladung an das Lager und dann ging es ab ins Luxushotel.
Ich hatte eine Menge Spass, die erstaunten und ungläubigen Gesichter des Taxifahrers und des Hotelpersonals zu sehen. Sie schauten mich an als wäre ich ein Yety. Das war ich in ihren Augen wohl auch. Dann gab es für mich nur noch einen Gedanken. Auf's Zimmer und duschen. Das nahm etwa eine Stunde in Anspruch. Danach ein schaffte ich ein Steak in meinen geschrumpften Magen und dann Bier bis zum Anschlag. Der Job war erledigt.
Ein paar Tage später ging mein Flieger nach Singapore und weiter nach Medan, Sumatra.
War das jetzt Arbeit oder Abenteuer? Gute Frage. Eigentlich war es ein ganz normaler Job. Wie überall sonst auch. Allerdings hatte er ein paar abenteuerliche Facetten, für die man, glaube ich, einen Satz guter Nerven benötigt. Und die Bezahlung ist auch nicht übermässig. Der Vorteil allerdings ist, dass man am Ende des Job's das ganze Geld in der Tasche hat, da man keine Gelegenheit vorfindet etwas auszugeben. Wer allerdings Schmutz, extreme Hitze, extreme Kälte, Einsamkeit und überhaupt extreme Situationen scheut, der sollte lieber in Frankfurt bei Woolworth arbeiten.
Viel Spass dabei!
Wünscht, Emmes |
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| Letzter Blick und dann... |
Heimreise im Regen... |
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| ...auf gefährlicher Strecke.... |
...selbst nachdem der Regen aufhörte... |
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| ...nur möglich mit Allrad-Trucks. |
Parken auf madagassisch. |
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