Von Jerantut nach Kuala Lipis ist die Fahrt durch den
Regenwald nicht mehr ganz so imposant und unmittelbar. Trotzdem gibt es immer wieder
faszinierende Ausblicke auf bewaldete Hügel, Affen rennen aufgeschreckt vor uns über die
Strasse und Einheimische grüssen freundlich.
In Kuala Lipis wollen wir Station machen, um den
nahegelegenen Kenong Rimba Nationalpark zu besuchen. Da wir weder die Zeit noch die
Ausrüstung haben, den grossen Taman Negara-Nationalpark zu besuchen, begnügen wir uns
mit diesem kleineren Park. Am Abend der Ankunft setzt unser Hotelbesitzer alle Hebel in
Bewegung, um uns einen Führer zu besorgen. Und tatsächlich das Büro, das für die
Vermittlung der offiziellen Führer zuständig ist, öffnet nur wegen uns. Wir buchen
"zum Schnuppern" erst einmal eine Tagestour.
Am nächsten Morgen treffen wir unseren Führer mit dem
passenden Namen "Safari" am Bahnhof. Nach kurzer Bahnfahrt steigen wir in ein
Langboot um, das uns zum Eingang des Parks bringt. Von dort aus stampfen wir auf
Trampelpfaden durch den Regenwald, vorbei an Bäumen mit riesigen Wurzeln, Lianen,
schönen Blüten des wilden Ingwers und allerlei anderem Grünzeug. Wir kraxeln -
streckenweise auf allen Vieren - durch stockfinstere Höhlen mit giftigen Skorpionspinnen
auf dem Boden und Fledermäusen an der Decke. Es geht über Hängebrücken, die so morsch
sind, dass wir sie nur einzeln überqueren dürfen. Und nach einiger Zeit können uns
sogar die Blutegel, die gierig nach unserem Lebenselixier die Schuhe hochkrabbeln und
unsere Füsse als Imbissbuden zu schätzen wissen, nicht mehr schocken.
Es wird hügeliger
Von Kuala Lipis nähern wir uns unaufhaltsam der grossen
Titiwangsa Gebirgskette, die wir wohl oder übel überqueren müssen. Die Passage des
Gebirges haben wir uns für unseren letzten Fahrttag aufgehoben. Zunächst durchradeln
wird aber bis Bentong noch (teilweise sehr schönes) Hügelland. Wir wollen die alte
Strasse nach Kuala Lumpur fahren, die nach dem Bau der neuen Autobahn so gut wie nicht
mehr befahren ist und angenehmes Radeln verspricht.
Und plötzlich fehlt ein Stück Strasse...
Wir stehen an der Stelle, an der es links zur Autobahn abzweigt und geradeaus
auf der alten Strasse entlang geht. Die alte Strasse ist durch ein grosses Schild, dessen
Aufschrift wir auch trotz unseres Wörterbuches nicht übersetzen können, halb gesperrt.
Es macht uns zwar stutzig, aber es kommen Autos aus der alten Strasse heraus und es fahren
auch Autos trotz Absperrung hinein. Ein freundlicher Chinese, der zwar kein Englisch
spricht, uns aber eindrucksvoll den weiteren Verlauf der Strasse gestikuliert, zerstreut
dann endgültig unsere Bedenken, dass mit der Strasse irgend etwas nicht stimmen könnte. Also fahren wir weiter.
Die Bedenken kommen langsam aber sicher wieder, als wir nach
rund 20 km bemerken, dass gar keine Autos mehr zu sehen sind. Und kurz darauf werden die
Bedenken zur Gewissheit: Unsere Fahrt wird jäh durch einen Stapel Holz mitten auf der
Strasse gestoppt. Wir sehen zwar den weiteren Verlauf der Strasse, jedoch trennt uns von
der Weiterfahrt ein rund 20 m tiefer und 50 m breiter Graben. Also, Gepäck abmontieren,
alle Taschen und die Räder einzeln den Graben runtertragen, hinten rauftragen, oben
wieder zusammen setzen und weiterfahren...
.....weiter >>> Noch ein Highlight zum Abschluss
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