Koh Tarutao & die Butang Gruppe
Als wir am nächsten Morgen unsere Boote, einen Nordstern und einen Godthab, startklar machen, sind wir schnell von einer Horde lärmender Dorfkinder umringt. Bis unsere Seekajaks ins Wasser gleiten, wird jeder Handgriff von ihnen genauestens beobachtet.
Die Bedingungen für die Überfahrt sind gut, schnell finden wir unseren Paddelrhythmus, werden zu einer Einheit mit unseren lautlos dahingleitenden Eskimokajaks. Stück für Stück schälen sich einzelne Konturen aus der Inselsilhouette. Abhängig von der Beleuchtung kann es leicht passieren, dass man die noch vor einem liegende Wegstrecke unterschätzt. Unser GPS erweist sich hier immer wieder als unbestechlicher Wächter über Zeit und Weg. Bald schon steht die Sonne hoch über unseren Köpfen und brennt gnadenlos auf uns herab. Als wir nach dreieinhalb Stunden an einem blendend weissen Strand auf Tarutao anlanden, wird uns schnell klar, dass wir mit der Hitze und der damit einhergehenden Dehydrierung sträflich leichtsinnig umgegangen sind.
Als ich aus dem Boot steige sind meine Beine so wachsweich, dass ich in den Sand sinke, und mich benommen fühle. Kaum ein Platz ist zu finden, der Kühle und Erholung bieten würde. Selbst das Meer verspricht keine Abkühlung. Die Wassertemperatur liegt in den flachen Buchten über 30 Grad.
Nach kurzer Pause setzen wir unseren Weg zur nahen Pantemalaka Bay fort. In der Bucht liegt an der Mündung des grössten Flusses der Insel das Nationalpark-Hauptquartier. Die Einrichtung ist einfach, sie besteht nur aus wenigen Hütten. In einem kleinen Besucherzentrum kann sich der Gast über die Geschichte der Inseln sowie über die heimische Fauna und Flora informieren. Zur Beherbergung von Gästen stehen einige Hütten und Langhäuser zur Verfügung. Wer beabsichtigt, sich länger hier aufzuhalten, sollte sich etwas eigene Verpflegung auf die Insel mitbringen, da die Versorgung eher spärlich ist.
Wir paddeln noch einige Kilometer an der Westküste Tarutaos weiter und schlagen unser Nachtlager in einer sichelförmigen Bucht auf. Der Urwald reicht direkt bis an den breiten Sandstrand. Am folgenden Tag ist es nur eine kurze Strecke bis zur Son Bay, so dass wir es gemächlich angehen lassen. Am Horizont können wir Ko Adang erkennen. Gut 40 km sind dorthin zurückzulegen. Zum Glück liegt genau in der Mitte noch eine Gruppe von winzigen Inseln, so dass wir die Strecke in zwei Tagesetappen aufteilen können.
In der Son Bay mündet ein kleiner Dschungelbach. Er ist zwar auch deutlich über 20 Grad warm, bietet bei der hier herrschenden Lufttemperatur aber dennoch eine wohltuende Abkühlung. Mit Hilfe unseres Wasserfilters füllen wir unsere Trinkwasservorräte wieder auf. Der Wasserverbrauch ist in der Kombination von extremer Hitze und sportlicher Aktivität enorm hoch. Deswegen achten wir nach den Erfahrungen des ersten Reisetages nun mehr auf ausreichendes Trinken.
.....weiter >>> Bei den Chao Le
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