Unsere Maschine hob ab. Nach 8 oder 9 Stunden landeten wir in Colombo, Sri Lanka.
Es war spät für uns, dort ergraute der Morgen. Wir fanden den Schalter, an dem man uns, unsere Buchung bestätigen würde. Hoffentlich.... Wir würden auf der Warteliste stehen, keine konkrete Abflugzeit. Das Gespräch mit dem Angestellten Flugbucher vor Ort nahm einige Zeit in Anspruch. Denn wir standen zwar mit der Neubuchung per Telefon im Computer, jedoch trugen unsere Tickets noch das alte Datum. Nach so einigen Telefonaten und viel Schweiss, sagte man uns einen Weiterflug für den darauffolgenden Tag zu. Hotelquartier auf Sri Lanka inklusive. Gott sei dank!!!!
Erschöpft stiegen wir ins Taxi und erschöpft fielen wir nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel zu Bett. Wir schliefen einige Stunden und machten uns dann auf den Weg zum Strand. Kein schöner Strand, sehr müllig, man sagte uns, es sei keine Saison, deswegen der Müll. Gerade wollten wir zum Wasser als uns ein Anwohner anquatschte. Er zeigte uns Vögel und sagte deren Namen. Er fragte uns, ob wir Lust hätten, einen Leguan zu sehen. "Es gibt hier Leguane?" fragte ich erstaunt.
"JA, sicher" antwortete der Einheimische grinsend. "Wo?" "Gleich um die Ecke. Wollt ihr sehen?“
Zwar wollten wir alleine sein, aber wer hat schon die Möglichkeit einen echten Leguan so ganz echt in der Natur zu sehen? Wir gingen also mit. Nur kurz um die Ecke... Dort war er nicht. Bald darauf gesellte sich ein weiterer Anwohner zu uns, der dann meinte, wir müssen weiter mitgehen, bis zur anderen Ecke. Wir gingen auch bis zur anderen Ecke mit. Und bis zur nächsten und zur nächsten.... Die Sonne brannte heiss. Dann waren wir in einem Dörfchen angelangt, immer noch auf der Suche nach dem Leguan und standen nun vor einem Flüsschen. Ein Boot wippte auf dem Wasser, (naja, was man so Boot nennen kann. Es war eher nur ein flaches wippendes langes Etwas)
„Kommt, Boot fahren, wir sehen Leguan im Wasser“
Wir bestiegen also dieses schwimmende Etwas auch noch. „Jetzt einfach umzukehren, wäre ja blöd“ dachten wir „nach all der Mühe, die sie sich machten...“
Wackelig stocherte der Bootsmann uns über den braunen Fluss. Weit, weit hinaus. Der Fluss nahm immer mehr an Grösse zu. Und diese gewaltig wuchernden Pflanzen ringsherum. Wir fühlten uns als schaukelte man mit uns über den Amazonas.
Beiläufig erzählte er uns, dass hier Krokodile leben...Ich verlor die Lust.
Schliesslich beendeten wir diese Tour und waren zurück im Dorf. „Ok, kein Leguan gesehen. Schade, aber egal. Lass uns umkehren. Ich kann nicht mehr.“ entschloss ich mich während der Schweiss mir von der Nase tropfte. Aber wir konnten noch nicht zurück.
Es stellte sich heraus, dass das deren Dorf war, indem wir nun wieder standen. In dem ersten Haus am Ufer wohnten sie, samt all ihrer Familienmitglieder. Eine Einladung, sie zu besuchen, konnten wir ebenso wenig ausschlagen wie das Mitlaufen anfänglich. „Es wäre zu unhöflich“
„Mann, waren die lieb!" Sie baten uns Platz zu nehmen, man gab uns Kokusnüsse zu essen, man zeigte Anna kleine Schildkröten und wir sahen dann doch noch, irgendwie ganz zufällig einen Leguan. Einen kleinen auf einem Baum sitzend und einen grossen im Gebüsch. "WOW! Nun aber könnten wir alleine weiterziehen“, dachten wir... „Leguan gesehen, Leute getroffen, Eindrücke erlebt, empfunden... Schön, aus und Tschüss!" Denkste!
Die Reise ging weiter. Wir sahen noch einen Fischmarkt, gingen durch enge Gassen, man kaufte Bananen für uns und endlich fuhren wir mit dem Tuck- Tuck zum Standort zurück. "Geschafft!"
Fast fünf Stunden waren wir unterwegs gewesen und das alles in dieser Hitze! Aber wir fühlten uns gut. Denn trugen wir den Gedanken in uns, etwas ganz besonders erlebt zu haben...
"Wollen wir denen was geben?" fragte ich während meine Augen strahlten.
"Aber was?" entgegnete Marvin. "Weiss ich auch nicht. Vielleicht 20,-DM?" Anna hatte zusätzlich eine Idee. Sie lief ins Hotelzimmer und opferte zwei Bilderbücher für die armen Kinder im Dorf.
Marvin gab statt 20,- DM, 40,- DM von Herzen. Ihre grinsenden Gesichter schauten beleidigt. „Was war los?“ Das alles schien nicht gut genug und unsere beiden Begleiter rückten nicht ab. Sie wollten noch mehr Geld und am liebsten zu uns aufs Hotelzimmer kommen, um in unseren Koffern zu plündern. "Schluss aus! Das ist viel. Mehr gibt es nicht!" beendete Marvin schliesslich etwas lauter deren Gebettel. Und so gingen wir rein. Fassungslos. "Achso! Leguan sehen! Aha!" Ein enttäuschendes Gefühl machte sich breit. Alle gedachte Herzlichkeit zerschlug sich. Wie ein lautloser Puff im Himmel verzogen. Als wir zu Abend assen, erzählten wir die Story. Man sagte uns, es seien Tourilauerer, die machen das immer so.
Noch in der selben Nacht verliessen wir das Land. Unser Taxi wartete schon und brachte uns sicher zum Flughafen. Auf dem Weg zur Einfahrt standen überall bewaffnete Soldaten. Genau vor einer Woche war hier eine Schiesserei, man beschoss Flugzeuge, unter anderem war das mit der Flugnummer 007/32 beschossen worden. Es war jenes, mit dem wir Montag Berlin verlassen sollten. Wir wären am Montag von Berlin nach K.L. geflogen. Ohne Stress und ohne Abenteuer... Nun, denn, man kanzelte aus diesem Grund unseren eigentlichen Flug und verlegte ihn auf den, auf diesen Sonntag...
Wir verliessen das Taxi und betraten die Flughalle. Alles war laut und aufgeregt um uns. Menschen standen in Schlangen und drängelten. Wir drängelten vorbei. Da ein Posten hier ein Posten. Kontrollen, überall Kontrollen.
Auch wir mussten unser Kleingepäck auf den grauen kahlen Aluminiumtischen ausbreiten. Dann endlich erreichten wir den Flugschalter.
Die Tickets stimmten diesmal, aber unser Gepäck, welches wir zuvor schon umgepackt hatten, war immer noch zu schwer. Wieder bezahlten wir eine Gebühr für Übergewicht der Koffer. Dann endlich passierten wir den Zoll. Ausser einer Flughafennutzungsgebühr, die noch zu entrichten war, lief dann alles glatt.
.....weiter >>> Kuala Lumpur - Langkawi - Endlich am Ziel