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Eine Überraschung, als wir ankommen.
Die Zimmer verfügen über eine Ausstattung,
die wir hier nicht erwartet hätten.
Großzügig angelegt, Balkon, schönes Bad, Klimaanlage,
Fernseher, Kühlschrank mit Minibar.
Nur der Blick auf den Rajang wäre bei vollem Flußbett sicher noch schöner.
Die Gebäude sind komplett aus Holz in einem Langhaus-ähnlichen Stil errichtet,
es gibt sogar einen Swimming-Pool.
Und in unmittelbarer Nähe beginnt der Urwald.

Sieht fast so aus
wie ein Langhaus:
Das Pelagus Resort
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Fast überkommt einen ein schlechtes Gewissen,
wenn man diesen Komfort sieht und dabei bedenkt,
wie einfach die Menschen in dieser Gegend leben.
Aber angeblich, so lesen wir in einem Prospekt,
ist das ein Projekt der Regierung, die den Tourismus hier fördern,
dabei aber der Umwelt nicht schaden will.
Und tatsächlich passen die Gebäude auch in diese Gegend,
tatsächlich hat man den Eindruck, daß der Natur nicht allzuviel geschadet wurde.
Tatsächlich ist das eine Umgebung,
in der man sich wohlfühlen kann,
und tatsächlich werden damit sogar Arbeitsstellen
für die hier Ansässigen zur Verfügung gestellt.
Alle Angestellten sind nämlich Angehörige der Iban,
jenes Stammes also, der hier schon seit Jahrhunderten lebt.
Fraglich ist allerdings, ob all dieser Komfort nicht ein bißchen zuviel des Guten ist?!
Kann man vom Besucher, der doch wegen des Urwaldes und der Langhäuser in diese Wildnis gekommen ist,
nicht erwarten, sich auch auf das Landesübliche einzulassen?
Und dazu gehört ein Swimming-Pool sicher nicht.
Trotzdem ist das Pelagus Resort insgesamt nicht negativ zu bewerten.
Allerdings sollte so etwas, wenn es denn erfolgreich ist,
trotzdem ein Einzelfall bleiben.
Was man hier sicher nicht braucht,
sind künstliche Feriensiedlungen in größerer Zahl.
Selbst wenn diese ebenso in natürlichen Materialien erbaut würden,
würden sie der Gegend doch ihr Gesicht und den Menschen ihre gewohnte Heimat nehmen.
Zunächst gibt es aber Mittagessen.
Wir sind ziemlich allein, nicht nur der Fluß hat Nebensaison.
Das soll sonst anders sein.
Vor allem in den malaysischen Ferien soll das Resort meist ausgebucht sein.
Uns ist es so lieber.
Der Ober ist mit seinem jetzigen Beruf sicher nicht groß geworden.
Er ist stolz auf das Englisch, das er spricht.
Und stets bemüht, es zu verbessern.
Wir haben die Auswahl aus 5 Gerichten und entscheiden uns für Reis mit Seafood.
Vorher Pilzsuppe, hinterher Melone, alles vom feinsten.
Dann sind wir gefordert, um 15.30 Uhr steht die erste Tour an.
Entlang des Flusses geht es.
Ziel sind die stromaufwärts gelegenen Pelagus Rapids,
die unserem Resort ihren Namen gegeben haben.
Wir laufen auf einem Weg entlang des Flusses,
der schon vor über hundert Jahren von den Iban angelegt wurde.
Jene Stromschnellen nämlich, die Pelagus Rapids,
waren für die zarten Boote der Eingeborenen zu gefährlich,
um sie fahrend zu überwinden, egal in welcher Richtung.
Also ging man rechtzeitig an Land und trug sie an den Gefahrenstellen vorbei.
Ein mühsames Unterfangen jedenfalls.
Aber wer wollte hier durch zu großes Risiko sein Boot,
seine Ladung und vielleicht sogar sein Leben verlieren?

Hier tun sich
die Boote schwer:
Die Pelagus Rapids
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Keine einfache Unternehmung war es auch, diesen Weg anzulegen.
Denn das Gelände steigt in Ufernähe steil an.
Oft geht es auf und gleich wieder bergab.
Zahlreiche Bäche und Flüßchen sind zu überwinden.
Insgesamt 45 Brücken mußten angelegt werden.
Kein bequemer Spaziergang jedenfalls.
Kaum vorstellbar, wie die Iban früher ihre Boote und die Ladung
über die teilweise recht unwegsamen Passagen transportiert haben.
Daß sich zur Zeit nur wenige Gäste im Pelagus Resort verlieren, ist angenehm.
So haben wir unseren Guide ganz für uns allein.
Er spricht recht gut englisch und bringt uns Flora und Fauna rechts und links des Wegs nahe.
Ein kleiner Wasserfall markiert das Ende des Wegs.
Hier begann oder endete die Schufterei,
hier ging man an Land oder endlich wieder aufs Wasser.
Eine kurze Pause, dann gehen wir zurück.
Diesmal über die vom Niedrigwasser freigelegten Felsen.
Die Stromschnellen sind bei normalem Wasserstand wahrscheinlich tausendmal beeindruckender.
Trotzdem gibt es ein paar Stellen, wo wir auch nicht gerne mit einem Boot fahren würden.
Wir treffen auf eine Gruppe von Männern,
die ebenso denken und tatsächlich ihr Boot hier über die Felsen schleppen wollen.
Bei Niedrigwasser ist dieser Weg kürzer als der durch den Wald.
Aber auch das ist eine ziemliche Schinderei.
Nach dem Abendessen steht uns nun noch eine einstündige Nachtwanderung bevor.
Mit Taschenlampen bewaffnet marschieren wir los.
Der Geräuschpegel ist ein gänzlich anderer als am Tag.
Die Vögel, die bei Helligkeit den Ton angeben, sind bei Dunkelheit völlig verstummt.
Nun dominieren die Insekten, dazu quaken ein paar Frösche.
Und unser Guide weiß auch, wo die Tiere sitzen.
Einige große Insekten zeigt er uns, heuschreckenartige Tiere.
Immer auf Blättern in vielleicht einem Meter Höhe über dem Boden.
Dort warten sie, bis etwas Eßbares vorbeifliegt.
.....weiter >>> Mit dem Boot zum Langhaus der Iban, Urwald-Wanderung
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