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| Urwald, Flüsse, Langhäuser |
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Mit dem Boot zum Langhaus der Iban, Urwald-Wanderung
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Zweiter Tag:
Frühstück um 7.30 Uhr, danach kommt der Höhepunkt:
Der Besuch des Langhauses der Iban.
Auch dieses, wie sollte es anders sein, nur mit dem Boot zu erreichen,
selbst vom Pelagus Resort aus.
Mit von der Partie ist diesmal neben unserem Guide auch seine Frau,
denn das Langboot läßt sich aufgrund des Niedrigwassers schlecht alleine steuern,
sie soll also helfen.

Die Fahrt auf
dem Fluß erfordert
vollen Einsatz
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Los geht es, der Guide bedient hinten Motor und Ruder, seine Frau sitzt vorne.
Ein paar Minuten fahren wir den Rajang stromabwärts,
dann biegen wir in einen Nebenfluß rechts ab.
Und schon beginnen die Schwierigkeiten.
Eine schmale Stelle und nicht besonders tief:
Sofort ist die Frau im Wasser und zieht das Boot,
während hinten der Motor röhrt.
Wir drehen uns um: Sollen wir helfen?
Nicht nötig, winkt der Guide ab, alles klar.
Die beiden sind ein eingespieltes Team.
Keine fünf Minuten später die nächste Stelle.
Diesmal gehen beide ins Wasser.
Ziehend- und schiebenderweise wird das Boot mit seinen zwei Passagieren
über diese Problemstelle hinwegmanövriert.
Und dann endlich ist es soweit:
Das Boot setzt leicht auf dem Kiesgrund auf, jetzt müssen auch wir raus.
Darauf sind wir ja vorbereitet.
Und während der Guide und seine Frau das Boot schieben,
waten wir durch das flache Wasser.
Eineinhalb Stunden geht es im selben Rhythmus weiter:
Fahren - Schieben - Waten.
Oft können wir gar nicht glauben,
daß man dort mit dem Boot durchfahren kann, und dann geht es doch.
Hinter einer Flußbiegung sind wir am Ziel.
Mehrere Boote liegen hier schon,
für unseres ist aber auch noch Platz.
Eine Holztreppe nach oben, und da ist das Langhaus.
Nun aber endlich die Frage: Was ist denn eigentlich ein Langhaus?
Da gibt es schon wieder eine Menge an Klischees, die gar nicht zutreffen.
Zum Beispiel ist es nicht so,
daß in einem Langhaus alle in einem einzigen großen Raum schlafen.
Und ebensowenig ist es so,
daß alle Bewohner des Langhauses aus einem Topf essen.

Und hier ist es:
Das Iban-Langhaus
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Ein Langhaus hat natürlich eine gewisse Länge.
Sonst wäre der Name gar nicht gerechtfertigt.
Die Länge wird aber nicht in Metern, sondern in Türen angegeben.
Unseres ist ein 38-Türen-Langhaus.
Und das bedeutet, daß es 38 Türen gibt und 38 Familien,
die in dem Langhaus wohnen.
Eine Länge von 200 m und mehr ist da keine Besonderheit.
Und dieses hat 310 Bewohner.
Die Front bildet eine nicht überdachte Terrasse.
Hier liegen die Hunde und Katzen faul in der Sonne,
hier hängt die Wäsche.
Dahinter befindet sich eine überdachte Terrasse.
Um diese betreten zu dürfen, muß man sich die Schuhe ausziehen.
Da sitzen die Bewohner, verrichten Handarbeiten oder halten ein Schwätzchen.
Hauptsächlich sind jetzt Frauen, Kinder und Alte da.
Die arbeitsfähigen Männer sind unterwegs,
um Geld zu verdienen oder das Abendessen herbeizuschaffen.
Von der überdachten Terrasse aus führen die besagten 38 Türen in die privaten Bereiche.
Jede Familie hat also eine eigene Wohnung.
Wenn auch die Menschen hier enger zusammenleben als bei uns,
so hat doch jeder einen Raum, in den er sich zurückziehen kann.
Unser Guide stammt aus diesem Langhaus, hat hier auch eine eigene Wohnung,
obwohl er sich meist im Pelagus Resort aufhält.
Aber er kennt die meisten Bewohner und macht uns mit einigen bekannt.
Englisch spricht keiner, unser Guide muß übersetzen.
Wahrscheinlich verstehen viele nicht einmal malaysisch,
die offizielle Landessprache.
Viele werden in ihrem Leben nie weiter als bis Kapit gekommen sein,
und da genügt die Iban-Sprache allemal.
Ein alter Mann begrüßt uns freundlich.
Seine Ohrläppchen weisen riesige Löcher auf.
Zeichen dafür, daß sie oft und lange mit schweren Ohrringen behangen waren.
Seine Haut ist über und über mit Tätowierungen bedeckt.
Grund ist eine alte Sitte:
Wo immer man hinkam, ließ man sich die typische Tätowierung jener Stadt oder Region verpassen.
Insofern diente die Haut als eine Art "Reisepaß".
Je weiter man gereist war, desto bunter die Haut.

Hier trifft man sich:
Die überdachte
Terrasse des Langhauses
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Eine Frau sitzt am Boden und flickt eine Bastmatte.
Nach althergebrachter Art natürlich.
Es ist interessant zu beobachten, wie schnell und geschickt sie arbeitet.
Dabei lächelt sie uns ständig zu, auch sie versteht kein Wort.
Ein paar Schritte weiter hängt ein Korb von der Decke.
Auffälligstes Inhaltsstück ist ein Totenschädel,
eine Trophäe aus vergangenen Zeiten.
Man macht keinen Hehl aus den Sitten und Gebräuchen der Vorfahren.
Dann dürfen wir uns eine Wohnung von innen ansehen.
Nummer 14: Hier wohnt der Guide mit seiner Familie.
Wir sind erstaunt über die Größe.
Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer mit Küche, sogar Toilette und Dusche.
Natürlich ist alles einfach und primitiv.
Technische Geräte gibt es nicht.
Immerhin Stromanschluß und elektrisches Licht.
In einer der Nachbarwohnungen soll es sogar einen Fernseher geben.
Wir werden zum Tuak eingeladen, dem traditionellen Palmwein der Iban.
Mit 12% hat er einen ähnlichen Alkoholgehalt wie unser Wein.
Etwas streng schmeckt er schon, aber man kann sich daran gewöhnen.
Moslems scheinen die Iban wohl nicht zu sein,
dann wäre Alkohol tabu.
Kaufen kann man einen solchen Wein nicht, er wird selbstgemacht.
Und als der Guide mich fragt, ob er mir schmeckt, und ich nicke,
bekomme ich zum Mitnehmen noch eine Halbliterflasche abgefüllt.
Auch andere sind
auf dem Fluß unterwegs
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Dann müssen wir aufbrechen.
Solange wir flußabwärts fahren,
geht vieles einfacher und schneller.
An einigen Stellen müssen wir trotzdem wieder aussteigen.
Der Guide kontrolliert verschiedene "Fischfallen",
die in Ufernähe angebracht sind. Sie sind alle leer.
Erfolgreicher ist die Suche nach den Durians.
Diese, als "Stinkfrucht" bekannt, gelten unter Einheimischen als große Delikatesse.
Wir dürfen probieren, können ihr aber nicht so viel abgewinnen.
Mittagessen heute etwas verspätet, da die Langhaus-Tour recht lange gedauert hat.
Wir hören, daß wir nun die einzigen Gäste sind, die anderen sind abgereist.
Der letzte Programmpunkt heißt "Jungle Trekking".
Auf deutsch also eine Wanderung durch den Urwald.
Wieder in bewährter Qualität mit vielen interessanten Details
über Fauna und Flora.
Unser Guide kennt den Wald bestens, das ist sein Metier.
Wir steigen auf 140 m über Flußlevel an, dann geht es wieder runter.
Dann wieder hoch und noch einmal runter, eine schweißtreibende Angelegenheit am späten Nachmittag.
.....weiter >>> Rückfahrt über Kapit nach Sibu
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