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Zweiter Tag:

Endlich ist sie da:
Sonnenaufgang vom
Gipfel aus gesehen
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Gegen 2.30 Uhr stehen die ersten auf.
Ich lasse mir bis 3 Uhr Zeit, das muß reichen.
Die jetzt nicht benötigten Dinge können wir im Zimmer lassen.
Und schon geht es beim Schein der Taschenlampe los.
Von der Umgebung sehe ich nichts.
Die Hauptsache ist doch, daß ich erkenne, wohin ich trete.
Anfangs sind es auch noch ein paar Holztreppen, auf den Fels gebaut.
Irgendwann bewegt man sich nur noch auf dem Fels.
Dann kommen einige derart steile Stellen,
an denen man sich nur noch mit Hilfe eines Seils hochziehen kann.
Zum Klettern ohne Seil ist es zu glatt.
Hier wird die ein oder andere unfreiwillige Pause eingelegt,
man muß eben warten, bis das Seil frei ist.
Böse ist man hierüber aber nicht, denn es ist sehr anstrengend.
Dann wird es ein wenig flacher,
wobei das natürlich eine relative Aussage ist.
Bergauf geht es nach wie vor.
Aber es ist ein bißchen angenehmer, wieder mal aufrecht gehen zu können.

Es ist geschafft:
Auf dem Gipfel
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In der Ferne ist das Lichtermeer von KK zu sehen,
wir können uns also auf eine gute Aussicht freuen.
Im Landesinneren tobt ein Gewitter, aber das scheint zu weit weg,
um uns gefährlich zu werden.
Ein Gewitter mag hier oben vielleicht ein
unvergeßliches Naturschauspiel sein,
erleben will ich es trotzdem nicht.
Die Felsen verwandeln sich dann in Rutschbahnen,
und man hat Probleme, unbeschadet nach unten zu gelangen.
Dann fehlen nur noch 500 m bis zum Gipfel, und es wird wieder sehr steil.
Hier sind allerdings keine Seile mehr gespannt,
denn die Felsen eignen sich sehr gut zum Klettern.
Allerdings ist es wieder sehr anstrengend, man kommt schnell außer Atem.
Nach der letzten Pause vor dem Gipfel wird also doch noch
eine allerletzte und eine allerallerletzte eingelegt, dann ist es geschafft.
Zwei sind schon da, ich bin der dritte.
Ein Sitzplatz ist also leicht zu finden.
Der Guide hält sich abseits, für ihn ist es nichts neues,
auf dem Gipfel zu stehen.
Wir haben 5.30 Uhr, und die Sonne macht noch keine Anstalten, aufzugehen.
Kalt ist es, eisig und unbarmherzig weht der Wind.
Kein Felsen, hinter dem man sich verstecken kann,
wir sitzen ja auf dem höchsten.

Der Victoria Peak ist
die dritthöchste
Spitze im Gipfelmassiv
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Die halbe Stunde wird zur Qual.
Mehr und mehr Menschen sammeln sich jetzt hier oben.
Als die Sonne dann tatsächlich um 6 Uhr aufgeht, sind etwa 10-15 Personen
hier oben.
Die ersten verlassen den Gipfel direkt nach den ersten Sonnenstrahlen
und den obligatorischen Fotos, weil es zu kalt ist.
So richtig lange hält es niemand aus.
Und dann hat es sich in dieser halben Stunde doch ein bißchen zugezogen,
so daß weder KK zu sehen ist noch das Meer. Schade.
Hervorragend ist die Sicht allerdings in der anderen Richtung ins Tal.
Fast mystisch ist die Stimmung zu nennen in diesem Halbdunkel
und mit den Wolkenschichten,
bei denen man gleichzeitig drüber und drunter sehen kann.
Nun wird das Gipfelmassiv sichtbar.
Beileibe nicht der einzige Gipfel ist das, auf dem wir hier stehen.
Eine ganze Reihe von "Spitzen" gibt es,
und der Low's Peak (4095 m) ist nur einer unter vielen.
Zum Glück der höchste und am leichtesten zu besteigende.
Es gibt noch den St.John's Peak (4094), den Victoria Peak (4093 m),
den St.Andrew's Peak (4052 m), den Alexandra Peak (4002 m)
und den South Peak (3932 m).
Etwas weiter entfernt der King Edward Peak (4086 m)
und der King George Peak (4086 m).
Weitere Erhebungen hören auf Namen wie Ugly Sisters (4032 m)
oder Donkey's Ears (4054 m).
Wer also den Ehrgeiz an den Tag legt, alle diese Gipfel besteigen zu wollen,
benötigt eine ganze Menge Zeit.
Und obendrein gehörige bergsteigerische Fähigkeiten.
.....weiter >>> Abstieg und Rückfahrt
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