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Orientalische Geschäftsamkeit - Beispielloses Gemisch der
Völker und Kulturen - Tempel und Kolonialbauten - Essen wie Gott in Frankreich -
Unverfälschter Dschungel und unberührter Strand
Erster Tag:
Wir reisen auf dem Landweg nach Malaysia ein, kommen von Thailand. In Hat Yai
ist die letzte Station vor der Grenze, dann geht es per Minibus zu selbiger. Die
thailändischen Beamten lassen uns ohne weiteres raus, die malaysischen Kollegen
nehmen es etwas genauer. Die übliche Prozedur: Mit gesamtem Gepäck aussteigen
und zu Fuß durch die Kontrolle. Auspacken muß jedoch niemand.
Das ganze ist durchaus nicht ohne. Malaysia ahndet Rauschgift-Vergehen sehr
streng. Der Besitz schon kleinster Mengen führt zur Anklage, im Extremfall droht
die Todesstrafe. Und es soll schon Touristen erwischt haben. Empfehlenswert ist
es daher, sein Gepäck nie aus den Augen zu lassen, um nicht als unfreiwilliger
Drogenkurier ein derartiges Schicksal zu erleiden.
Dann sind wir also in Malaysia, und es sieht schon ein bißchen anders aus als
in Thailand. Die Gegend ist flach, wir fahren auf einer recht guten Autobahn,
vorbei an riesigen Palm-Plantagen. Nur ab und zu ein Dorf mit einer Moschee im
modernen Stil.
An Großstädten gibt es hier im Norden des Landes nur Alor Setar, das wir
rechts liegenlassen. Bald schon kommt die häßliche Industriestadt Butterworth,
und dann geht es über die Penang Bridge auf die Insel Penang. Um gleich einer
Namensverwirrung vorzubeugen: Korrekt heißt die Insel Pulau Pinang ("Pulau" ist
malaysisch für "Insel" und wird im offiziellen Sprachgebrauch jeder Insel
vorangestellt), die Hauptstadt der Insel erhielt von den Briten den Namen
"Georgetown", die Einheimischen nennen sie "Penang".
Und schon landen wir mitten im spätnachmittäglichen Gewimmel der Lebuh Chulia
(Chulia Street). Hier und im Umkreis der sie kreuzenden Jalan Penang (Penang
Road) ist so etwas wie ein Zentrum auszumachen. Hier konzentriert sich die
orientalische Geschäftsamkeit, die freilich auch in anderen Gegenden vorzufinden
ist. Schließlich trägt die Stadt ja auch den Beinamen "Perle des Orients".

Chinesischer
Tempel Thean Hou
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Nun, orientalisches Leben gibt es sicher auch in anderen Städten der Region.
Wie kommt Georgetown zu diesem Titel? Ganz einfach: Auf engstem Raum tummeln
sich hier Angehörige der verschiedensten Volksgruppen. Chinesen, Inder, Malayen,
Europäer. Alle leben nebeneinander und miteinander, Probleme gibt es selten.
Als Folge sind natürlich auch alle Religionen vertreten: Moslems und
Christen, Buddhisten und Hindus. Und alle haben ihre Gotteshäuser. Da steht eine
Moschee neben einer Kirche und ein buddhistischer Tempel neben einem
hinduistischen. Dazu ein paar Kolonialgebäude als Relikte der (europäischen)
Vergangenheit. Genauso sind natürlich alle Eßkulturen zu finden. All dies macht
einen Aufenthalt in Georgetown zu einem äußerst spannenden ("multikulturellen")
Erlebnis.
Ein erster Rundgang am Abend. Wir landen an der Esplanade, wo in der Nähe des
Rathauses allabendlich Essensstände aufgebaut werden. Diese sog. "Hawker
Centres" sind typisch für Malaysia und eigentlich auf jedem größeren Platz des
Landes zu finden. Da werden Tische und Stühle aufgebaut, drumherum gruppieren
sich die Essensstände. Alles funktioniert mit Selbstbedienung. Man holt sich das
gewünschte von einem Stand der Wahl und sucht sich dann einen Tisch.
Der Vorteil dieser Methode: Der eine kann chinesisch essen, der andere
indisch, der dritte malayisch. Was eben alles so angeboten wird. Die Preise sind
äußerst günstig, für ein Gericht hat man 0.75 - 1 Euro zu rechnen. Ähnliche
Einrichtungen gibt es auch in Einkaufszentren und Märkten. Dann spricht man von
"Food Centres" oder "Food Courts".
Wir probieren eine Laksa. Das ist eine Fischsuppe, die zu den
Landesspezialitäten zählt, aber hier auf der Insel erfunden worden sein soll.
Scharf gewürzt ist sie mit einem leicht säuerlichen Beigeschmack. Dazu Nudeln
und Gemüse. Eine Entdeckung!
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